Marinestützpunkt Eckernförde

Marinestützpunkt Eckernförde

Dieses Abenteuer ist durch einen glücklichen Zufall entstanden. Eigentlich wollte ich die U-Boote besuchen, aber mein Anschreiben landete als Irrläufer beim Fregattenkapitän, dem Nicht-Teddy Bernd Ufermann. Und er nahm sein Herz in die Hand und lud mich zum Besuch der Kieler Woche ein.  Also habe ich mich auf den Weg gemacht.

Von meiner Höhle bis nach Eckernförde sind es fast 1.000 km. Und es gab mehr Baustellen und Staus wie Helgoland bei einer Sturmflut Wellen hat. Aber schließlich habe ich mein Ziel erreicht. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl als ich an der Pforte des Marinestützpunktes stand. Ich sollte ja schließlich zum Standortältesten, dem Nicht-Teddy Ufermann. Abgeholt wurde ich von Peter, der mich gleich freundlich behandelte und mir mein Fracksausen nahm.

Beim Betreten des Büros vom Chef Nicht-Teddy, wusste ich gleich, dass wir ein richtig toller Tag. Ich wurde ganz freundlich empfangen. Auch die  Eckernförde Presse hatte Wind von meinem Besuch bekommen und war ebenfalls da, genau wie der Nicht-Teddy Susan, die dem Chef immer hilfreich zur Seite stand.

Gleich zu Beginn wurde mir mein persönlicher Sicherheitsausweis überreicht, damit ich mich auch an den geheimsten Geheimorte der Marine aufhalten durfte.

Doch dann wurde meine Anfangseuphorie schlagartig gebremst. Ich wurde gefragt, ob ich den überhaupt „bootstauglich“ sei. Da ich dies nicht wusste, blieb nichts anderes übrig – ich musste medizinisch untersucht werden. Die allgemein medizinische Untersuchung habe ich locker überstanden, aber bei der Zahnärztin hätte ich mir beinahe in den Pelz gesch…..

Aber ihr ahnt es  bestimmt. Mutig wie ich bin, habe ich alles heile überstanden und gemeinsam fuhren wir mit dem Bus nach Kiel, wo wir im Marinehafen zur ältesten Einheit der Flotte, dem Mehrzwecklandungsboot Lachs gingen.

Mein neuer Freund, der Fregattenkapitän, nahm mich unter den Arm und gemeinsam ging es an Bord. Das war ein Moment, an dem es mir kalt den Pelz herunter lief. So ergreifend war es.  Als wir zwei nämlich kurz vor dem Boot waren, standen zwei Marinesoldaten an der Seite und kündigten auf einer Pfeife unser kommen an. Der Kapitän, der Lachs, begrüßte uns sehr freundlich an Bord.

An Bord befanden sich fast 100 Nicht-Teddys. In einer kurzen Ansprache wurde ich allen vorgestellt, damit sie auch wissen, welche Berühmtheit mit an Bord ist.

Mit der Lachs fuhren wir dann durch die Kielerförde. Und damit ihr Landratten mal zu sehen bekommt, was hier in der Kieler Woche an Schiffen auf dem Wasser ist, habe ich in mühseliger Teddyarbeit die folgende Bildergalerie zusammen gestellt.

Während unserer Fahrt fuhren wir zweimal am Marine-Ehrenmal Laboe vorbei. Dies ist eine Gedenkstätte für gefallene Marinesoldaten des ersten und zweiten Weltkrieges. Es war beeindruckend zu erleben, wie alle Marinesoldaten an Bord der Lachs bei der Vorbeifahrt an dem Ehrenmal für einem kurzen Moment den gefallenen Marinesoldaten gedenkten. Dies ist eine alte Tradition der deutschen Marine.

Natürlich konnte ich mir nicht nur die Schiffe angucken. Ich musste auch prüfen, ob an Bord wirklich alles in Ordnung war.

Und bevor der eigentliche Höhepunkt der Fahrt, nämlich die Landung auf einem Strand (vermutlich einer Insel mit Kannibalen) kam, galt der alte Bärenspruch: „Ohne Mampf keinen Kampf“

Eine Landung wurde mir wie folgt erklärt: Das Schiffchen fährt praktisch direkt ans Land, so dass ich keine nassen Pfoten bekomme.

Gott sei Dank war der Strand kannibalenfrei. Auch das Gerücht, dass man hier zollfrei einkaufen könnte, stellte sich als unwahr raus. Aber liebe Landratten, wisst ihr eigentlich was ein Landungsstein ist? Natürlich nicht. Es ist eine uralte Tradition, dass bei jeder Landung eines Landungsbootes vom Strand ein kleiner Stein mitgenommen wird. Auf diesen Stein wird das Datum und der Längen- sowie Breitengrad geschrieben. Und wenn ein Besatzungsmitglied diesen Stein abends nicht dabei hat, kann es richtig teuer werden, wenn man sich gemütlich zu einem Hagebuttentee trifft. 

Auf dieses Foto bin ich besonders stolz. Hier seht ihr mich mit drei „alten Seebären“. Wenn sie von ihren Abenteuern und Erlebnissen auf hoher See berichteten, hätte ich ihnen stundenlang zuhören können.

Auch ist Susan auf dem Bild, in sie habe ich mich schon ein bisschen verguckt, aber als berühmtester Teddy der Welt darf ich mir natürlich (leider) keine Affäre leisten.

Auf der Rückfahrt nutzte der eine oder die andere die einmalige Gelegenheit mit mir zusammen ein Foto zu machen. Nur das ich am Stand mit meinem Popo in den nassen Sand gesetzt wurde fand ich nicht ganz in Ordnung.

Schließlich ging dieser Ausflug leider zu Ende. In unserem Hafen hatte sich herum gesprochen, dass der berühmteste Teddy der Welt gleich einlaufen wird. Vermutlich aus diesem Grund haben die großen Schiffe ganz viele Flaggen aufgezogen.

Der sehr sympathische Nicht-Teddy, Kapitän Hellwig, verabschiedete mich von seinem Boot und überreichte mir eine sehr beeindruckende Urkunde. Auf dieser wird bescheinigt, dass ich 21.1 Seemeilen mit gefahren bin und meine erste Landung mitgemacht habe.

Im Büro vom Chef-Nicht-Teddy bekam ich ein ganz tolles T-Shirt geschenkt. Und wenn ich jetzt noch zwei bis drei Gläser von meinem Lieblingshonig esse, passe ich bestimmt auch rein.

Und jetzt kam für mich der schwerste Moment. Ich musste Abschied von dem tollen Nicht-Teddy, Fregattenkapitän Ufermann, und meiner Susan nehmen. Zum Abschied wurde mir auch eine tolle Urkunde überreicht, dies konnte mein Trauer aber nur sehr gering verbessern.

Es war ein super bäriges Abenteuer, danke an alle, auch an die, die im Hintergrund an diesem Erlebnis mit gearbeitet haben.

Dieser Zeitungsbericht wurde von meinem Besuch in der Eckernförder Zeitung veröffentlicht.